Die Straßenbahn im ersten Weltkrieg 1914 - 1918.

Der Ausbruch des Weltkrieges, der den Großeinsatz der Straßenbahn bei der Werkbundausstellung in Köln jäh unterbrach, hemmte den Fortschritt des weiteren Netzausbaus. Rund 50 % des Personals eilte bei Ausbruch der Feindseligkeiten zu den Fahnen und mussten durch kurzfristig eingestellte Hilfskräfte - besonders Frauen - ersetzt werden. Der Ersatz für die eingezogenen Beschäftigten betrug 1916, 1474 Frauen, Ende 1917, 1792 Frauen, bei einem Personalbestand bei Kriegsausbruch von 3355 Personen. Der Kölner Straßenbahn erwuchsen zudem besondere Kriegsaufgaben im Einsatz des Gouvernements der Festung, wie Ausbau der Fortifikation, Bau der Gleisanschlüsse zu den einzelnen Forts, Arbeiter- und Materialtransporte zum Stellungsbau, Bau von Gleisanlagen zum Proviantamt, der Nahkampfmittel- und Artillerie-Depots. Hinzu kam noch ein umfangreicher Güterverkehr zur Brennstoffversorgung der Kölner Bevölkerung aus den Braunkohlengruben bei Frechen. So wurden allein im Jahre 1917, 205.000 to Militärgüter und 190 000 to Braunkohlenbriketts befördert. Dem weiteren Netzausbau waren bei dem immer mehr fühlbaren Mangel an Materialien und Arbeitskräften enge Grenzen gesetzt. Trotzdem kam der weitere Netzausba nicht zum vollen Stillstand.
Gottfriedstr, Berrenrather Straße, Zülpicher Straße und Luxemburger Straße wurden zweigleisig ausgebaut und 1917 die Strecke Bickendorf nach Bocklemünd (Westfriedhof) in Betrieb genommen. Damit konnte die einzige Kölner Pferderomnibuslinie eingestellt werden.
Mit der am 15.07.1915 dem Verkehr übergebenen Hängebrücke (Ersatz der Deutzer Schiffsbrücke) erhielt die Straßenbahn ihren zweiten zweigleisigen Rheinübergang.
Eine organische Einschaltung dieses neuen Rheinübergangs in das Verkehrsnetz der Straßen- und Vorortbahnen war jedoch noch nicht möglich, da die hierzu notwendige Hochlegung des Heumarkt noch zurückgestellt werden musste. Der Nord-Süd- und Rundbahnverkehr der Straßenbahnen nahm noch weiter den Weg über die Ostseite des Heumarkt ohne Verbindung zur Steilrampe der neuen Brücke. Von dem Vorortbahnverkehr endete vorläufig nur die Porzer Linie auf der linksrheinischen Rampe der neuen Brücke.
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