Die weitere Entwicklung des Verkehrsnetzes bis zum zweiten Weltkrieg 1939

1921
Verlängerung der Porzer Vorortbahnlinie von Porz bis Zündorf. Zweigleisiger Ausbau der Vorortbahn nach Bergisch-Gladbach zwischen Holweide und Himmelfahrtstraße.

1922
Hochlegung des Heumarkt mit Verlegung der durchlaufenden Gleise des Nord- Süd-Verkehrs von der Ost- auf die Westseite des Platzes. Bau einer Gleisschleife mit Aufstellgleisen auf dem nördlichen Teil des Heumarkt als neue Haltestelle der Vorortbahnen. Zweigleisiger Ausbau der Strecke Militärringstraße bis zu dem neu erbauten Stadion in Müngersdorf und der Strecke Himmelfahrtstraße bis Schnellweiderstraße der Vorortbahnlinie nach Bergisch-Gladbach.

1923
Bau der Strecke Zoo bis Riehler Gürtel. Bau der Strecke zwischen Kapuzinerstraße und Jesuitengasse. Mit Auflassung der alten Einmündung der Dürener Straße in die Aachener Straße. Bau der zweigleisigen Strecke in der Kanalstraße (heute Universitätsstraße) als neue Einmündung des Straßenbahnverkehrs der Dürener Str. in die Strecke der Aachener Straße. Bau von Anschlußanlagen zu dem neuen Straßenbahnhof West an der Scheidtweiler Straße, der neuen Hauptwerkstätte in Merheim lrh., der neuen Kölner Messe und zum Müngersdorfer Stadion.

1924
Zweigleisige Verlängerung der Neußer Str. von Jesuitengasse bis Gürtel/Bahnüberführung. Bau eines Gleisanschlusses der neuen Hauptwerkstätte Merheim lrh. an die Köln- Frechen-Benzelrather Eisenbahn.
Zweigleisiger Ausbau der Strecke Schnellweide bis Dellbrück der BergischGladbacher Vorortbahn. Neureglung der Gleislage mit Erweiterung der Gleisabstände in der Jahnstraße, Peterstraße, Poststraße und Venloer Straße. Verlegung der Gleise des Hansarings aus der Straßenfahrbahn auf besonderem Bahnkörper (bisheriger Reitweg).

1925
Zweigleisiger Ausbau von bisher eingleisigen Strecken: der Zollstocker Strecke von Eifelplatz bis Südfriedhof, der Niehler Straße von Florastraße bis Endhaltestelle Niehl, der Neußer Straße von Kapuzinerstraße bis Einfahrt Betriebshof Merheim lrh. Bau der Endschleife Akazienweg. Bau eines Gleisanschlusses des neuen Betriebshofes West an die Köln- Frechen-Benzelrather Eisenbahn und Erweiterung der Gleisanlage in der Messe.

1926
Verlängerung der Sülzer Straßenbahnstrecken in der Berrenrather Straße bis Asbergplatz und der Zülpicher Straße bis Rurstraße. Verlängerung der Straßenbahnstrecke der Neußer Straße bis Kerheim/Ringstraße und der Subbelrather Straße von der bisherigen Endstelle Lukasstraße über Landmannstraße bis Rochusstraße.
Bau der Gleisstrecke von Neußer Str. über Friedrich Karlstr. nach Nordfriedhof. Bau der Gleisschleifen Merheim/Ringstraße und Gumprechtstraße - Helmhobzstraße - Hospeltstraße Zweigleisiger Ausbau der bisher eingleisigen Stadionschleife und der noch eingleisigen Strecke Dellbrück - Thielenbruch der Vorortbahnlinie nach Bergisch-Gladbach. Regulierung der Gleislage in den Torstraßen mit Gleiserneuerung und Erweiterung der Gleisabstände, so auf dem Chlodwigplatz, in der Bonner Straße Eigelstein, Aachener Straße, Venloer Straße, Neußer Straße, Gladbacher Straße, Luxemburger Straße, Christophstraße und Gereonstraße.

1927
Zweigleisiger Ausbau der Strecken der Goltsteinstraße und Schönhauser Straße. Vollständiger Umbau der Ringbahnstrecken, des Habsburgerringes und Hohenstaufenringes zwischen Rudolfplatz und Barbarossaplatz mit Anordnung der Gleise auf besonderen Bahnkörper (bisherige Kittelpromenade).
Verlegung der Gleise des Hohenzollernringes von Rudolfplatz bis Palmstraße. auf einen besonderen Bahnkörper in Straßenmitte.
Umbau der Gleisanlagen des Neumarkt und der anstoßenden Straßen Apostelnstraße, Im Laach, Marsilstein, Mauritiussteinweg, Hahnenstraße, Mittelstraße.
Umbau der Gleisanlage des Bahnhofsvorplatzes und der Domumgebung mit viergleisigem Ausbau des Engpasses zwischen Hauptbahnhof und Dom.
Bei den großen Umbauten der Jahre 1924 - 1927 erfolgte die Erweiterung der Gleisabstände in der Altstadt auf 2,70 m und auf den Ringstraßen und in den Ausfallstraßen auf 2,90 m.

1928
Jahr des deutschen Turnfestes und der Pressaausstellung. Dadurch veranlasst: Bau der Gürtellinie im Zuge der Gürtelstraßen zwischen den linksrheinischen Vororten Ehrenfeld, Braunsfeld, Lindenthal, Sülz und Klettenberg. und Erstellung einer großzügigen Haltestellenanlage im Kölner Stadion; Umbau der Gleisanlage auf dem Altermarkt und Heumarkt; mit Anpassung an den Richtungsverkehr der angrenzenden Straßen.
Zweigleisiger Ausbau der Strecken der Königsforster Vorortbahn von Kalk, Kapelle bis Eisenbahnüberführung Vingst und von Ostheim bis Königsforst sowie der Strecke Fort Rauch bis Poll der Porzer Vorortbahn.

1929
Mit der Inbetriebnahme der Mülheimer Brücke Schaffung eines dritten Rheinüberganges für die Kölner Straßenbahn. Die Einschaltung der Mülheimer Brücke in das Verkehrsnetz der Straßenhahn bewirkte neben der Befruchtung des Verkehrs zwischen Mülheim und Köln infolge der Ersparnisse an Reiseweg und Reisezeit auch eine wesentliche Lockerung der Verkehrszusammenballung zwischen Dom und Hauptbahnhof.
Umbau der Subbelrather Straße mit Verlegung der Gleise zwischen Venloer Wall und Gutenbergstraße auf besonderen Bahnkörper in Straßenmitte; Zweigleisiger Ausbau der Weidengasse, einzelner Streckenabschnitte der Luxemburger Straße und der Strecke von Reichsbahnunterführung Kalk bis Friedhof Kalk der Bensberger Vorortbahn.

1930
Erweiterung der Endhaltestelle der Vorortbahnen auf dem Heumarkt durch Bau weiterer Aufstellgleise. Bau eines Rundfahrtgleises am Platz der Republik (heute Ebertplatz) als Endpunkt der über die Mülheimer Brücke durchgeführten zweiten Vorortbahnlinie nach Thielenbruch und Bergisch Gladbach.
Zweigleisiger Ausbau der Luxemburger Straße zwischen Hardtstraße und Ölbergstraße und der Bensberger Vorortbahnlinie zwischen Kalk, Friedhof und Brück, Mauserhof.

1931
Vollständiger Umbau der Gleisanlagen des Platzes der Republik mit Anordnung einer großen Verkehrsinsel mit Haltestellen für den Straßenbahnverkehr.

1932
Einschneidende Verbesserung im Straßenbahnverkehr durch Inbetriebnahme der langersehnten unmittelbaren Gleisverbindung Neumarkt und Heumarkt im Zuge des neuen Straßendurchbruchs Cäcilienstraße, Blindgasse, Augustinerplatz, Pipinstraße, Kleine Sandkaul, Gürzenichstraße. Durch diese Gleisverbindung, die schon früher über die Schildergasse geplant war, konnte eine verkehrswichtige Lücke im innerstädtischen Verkehrsnetz geschlossen werden. Vorteile der neuen Verbindung Heumarkt - Neumarkt: Verkürzung der Fahrzeit zwischen Heumarkt und Neumarkt von 10 auf 4 Minuten. Wesentliche Auflockerung des Verkehrs der Innenstadt insbesondere in der Umgebung des Doms und Museums durch die Verringerung der Zahl der über die Breitestaße bzw. Glockengasse verkehrenden Straßenbahnlinien. In der Umgebung des Doms und Museums durch die Verringerung der Zahl der über die Breitestaße, bzw. Glockengasse verkehrenden Straßenbahnlinien. Einstellung des Straßenbahnbetriebs im Straßenzug Friesenstraße, Zeughausstraße, Burgmauer bzw. Komödienstraße. Stilllegung der Endstrecke der alten Innenbahn in der Rosenstraße. Umbau der Gleisanlagen im Blaubach und auf dem Waidmarkt mit Anordnung der Gleise in Mittellage der Straße. Eine weitere große Verbesserung des Verkehrsnetzes bahnte sich im Jahre 1932 an. Die Stadtverwaltung Köln hatte im Jahre 1927 als Rechtsnachfolgerin der früheren Stadt Mülheim den zwischen der Stadt Mülheim und den Mülheimer Kleinbahnen AG. abgeschlossenen Vertrag zum Zwecke des Ankaufs gekündigt. Die Mülheimer Kleinbahnen AG, hatten die Kündigung im Klagewege angefochten. Durch Reichsgerichtsurteil vom 16.12.31 wurde die Kündigung als rechtswirksam erklärt und die Stadt zum Ankauf verpflichtet. Die Ankaufsverhandlungen zogen sich über das Jahr 1932 hin.

1933
Erwerb der Mülheimer Kleinbahnen.
Die Übernahme der Mülheimer Kleinbahnen in den Betrieb der Straßenund Vorortbahnen erfolgte am 13.08.1933 damit eine Erhöhung der Betriebslange von 155,2 km auf 176,2 km und der Gleislänge von 296,6 km auf 334,8 km.
Durch die in den letzten Jahren mit Sicherheit zu erwartende Übernahme hatten die Mülheimer Kleinbahnen AG. naturgemäß größere Aufwendungen für die Erneuerung ihrer Anlagen nicht durchgeführt. Es bedurfte deshalb in den kommenden Jahren, umfangreicher Instandsetzungen, um die neu erworbenen Gleisanlagen auf den gleichen Betriebszustand wie die übrigen Strecken zu bringen.
Mit der Eingliederung der Mülheimer Kleinbahnen in das Verkehrsnetz erfolgte die Bildung von zwei neuen nach Köln verkehrenden Vorortbahnlinien, und zwar:
Köln - Mülheim - Leverkusen - Opladen und
Köln-Mülheim - Dünnwald - Schlebusch.
Außerdem wurde in Mülheim eine neue Straßenbahnlinie über Frankfurter Str. nach Höhenberg eingerichtet, die aber schon im folgenden Jahr zur Ersparnis größerer Streckenerneuerungen auf Omnibusbetrieb umgestellt wurde. Die Erweiterung des Vorortbahnnetzes gab die Veranlassung, die Vorortbahnen einheitlich mit den lateinischen Buchstaben ihrer Hauptendpunkte außerhalb des Stadtgebietes wie folgt umzubenennen:
Linie B von Köln nach Bensberg
Linie G von Köln nach (Bergisch) Gladbach
Linie F von Köln nach Frechen (Benzelrath)
Linie K von Köln nach Königsforst
Linie L von Köln nach Weiden (Lövenich)
Linie O von Köln nach Opladen
Linie S von Köln nach Schlebusch
Linie T von Köln nach Thielenbruch
Linie P von Köln nach Porz (Zündorf)
Verlegung der Gleise des Oberländerufers zwischen Marienburg und Tacitusstraße, aus der Straßenfahrbahn auf einen besonderen Bahnkörper auf der Ostseite der Straße (bisheriger Reitweg). Hierdurch wurde eine häufige Unfallursache beseitigt, da bei der bisherigen Gleislage in den infolge der Befahrung der Strecke mit Güterzügen der Köln-Bonner Eisenbahnen breitrillig ausgebildeten Schienen Radfahrer und Motorradfahrer leicht zu Fall kommen konnten.

1934
Umbau der Gleise der Luxemburger Straße zur Ermöglichung der Verlängerung des normalspurigen elektrischen Betriebes der Vorgebirgsbahn nach Köln statt des bisherigen schmalspurigen Benzolbetriebes. Verlängerung des Straßenbahnbetriebes bis zur neu erstellten Gleisschleife an der Geisbergstraße
Erweiterung des Gleisabstandes in der Rheinuferstraße zwischen Tacitusstr und Hohenzollernbrücke, um den Köln-Bonner Eisenbahnen die Inbetriebnahme neuer 2,70 breiter Wagen zu ermöglichen. Umbau der Gleise im Straßenzug Malzbüchel, Kühlenbach mit Verlegung in Straßenmitte.
Zweigleisiger Ausbau der Deutz-Mülheimer Straße unter der Rampe der Mülheimer Brücke und der Berliner Straße zwischen Reichsbahnüberführung und Ringstraße.
Stilllegung des Straßenbahnbetriebes auf den südlichen Zweig der alten Innenbahn zwischen Neumarkt und Waidmarkt mit Umstellung der Strecke auf Omnibusbetrieb.

1935
Durchführung des Straßenbahnbetriebes von Buchheim über die Frankfurter Str. nach Reichsbahnhof Mülheim mit Bau einer Endhaltestelle vor diesem Bahnhof.

1936
Durchführung größerer Gleisumbauten in Auswirkung des Baues der Reichsautobahn. Die rrh. Vorortbahnen nach Porz, Königsforst, Bensberg und Bergisch Gladbach erhielten besondere Über- bzw. Unterführungsbauwerke an den Kreuzungen mit der Reichsautobahn.
Zweigleisiger Ausbau der Königsforster Strecke zwischen Vingst und Ostheim mit Verlegung auf eigenen Bahnkörper südlich der Ostheimer Straße und Bau einer Gleisschleife in Vingst.

1937
Umbau des Heumarkt mit Anpassung der Gleisanlagen des Endbahnhofs der Vorortbahnen an den Richtungsverkehr des Platzes.

1938
Neu- und Umkonzessionierung aller Straßen- und Vorortbahnen nach dem Personenbeförderungsgesetz.
Wesentliche Erhöhung der Reisegeschwindigkeit auf fast allen Linien durch Ausnutzung der in der neuen Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen gebotenen Milderungen in den Bestimmungen über die Geschwindigkeitsbeschränkungen, damit Erhöhung der mittleren Reisegeschwindigkeit der Straßenbahnen von 16,1 auf 17 km/h, der Vorortbahnen von 20,8 auf 21,3 km/h und im Gesamtverkehr der Straßen- und Vorortbahnen von 16,9 auf 17,7 km/h,

1939
Noch vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges Inbetriebnahme der bereits im Jahre 1938 begonnenen großen Gleisumbauten und Streckenneubauten im Zuge der neuen Straßendurchbrüche Neumarkt - Rudolfplatz und Neumarkt - Mauritiussteinweg sowie des Streckenneubaues der Brabanter Str. mit Verlegung der Gleise in der Durchbruchstraße zwischen Rudolfplatz und Neumarkt auf besonderen Bahnkörper.
Stilllegung des Straßenbahnbetriebes in den engen Straßen: Ehrenstraße, Apostelnstraße, Limburger Straße, Mittelstraße, Marsilstein und Im Laach. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges Stilllegung auch des nördlichen Zweiges der alten Innenbahn Neumarkt - Richmodstraße - Auf dem Berlich Mohrenstraße - Klingelpütz - Ritterstraße.
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