Durchführung des elektrischen Umbaus.

Die gewaltige Aufgabe zur Durchführung der Elektrifizierung umfasste:
Den Netzumbau,
den Bau der Stromführungsanlagen,
die Oberleitung,
die Beschaffung der neuen Triebwagen,
den Umbau der alten Pferdebahnwagen zu Beiwagen,
die Umstellung der Betriebshöfe und Werkstätten auf den elektrischen Betrieb
und die Lösung vieler mit der Einführung der neuen Antriebskraft verbundenen Probleme, erfolgte unter Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes in dem kurzen Zeitraum von 2 1/2 Jahren. Hierzu war eine sorgfältige Organisation der Arbeiten notwendig.
Der Umbau der Pferdebahnwagen in geschlossene Anhängerwagen (Beiwagen) sowie der Neubau von Wagenkästen wurde zum größten Teil in eigener Werkstätte bewirkt. Die Gleisbauten wurden zum Teil in eigener Regie und zum Teil durch Kölner Bauunternehmer ausgeführt. Die Untergestelle und Wagenkästen der neuen Triebwagen und die elektrischen Ausrüstungen wurden von einschlägigen Firmen geliefert.
Die gesamten Baukosten der Elektrifizierung waren mit 16.418.000,00 Mark veranschlagt. Die wirklich entstandenen Kosten betrugen nur 14 Mio. Mark so dass ein Betrag von fast 2.500.000,00 Mark erspart werden konnte. Die Kaufsumme der Pferdebahngesellschaft in Höhe von 20 Mio. Mark und die Kosten der Elektrifizierung in Höhe von 14 Mio. Mark ergaben für das junge Unternehmen eine Vorbelastung von rd. 54 Mio. Mark, deren Annuitäten für Verzinsung und Tilgung die Betriebsrechnung der kommenden Jahre stark belastete.
Die elektrische Straßenbahn fuhr also mit einer großen wirtschaftlichen Vorbelastung in das neue Jahrhundert ein.
Über den wirtschaftlichen Stand des Unternehmens im ersten Betriebsjähre 1905 geben die nachfolgenden Zahlen Auskunft:
Beförderte Personen ........................................................48.549.079
Geleistete Triebwagenkm .................................................11.003.455 km
Geleistete Beiwagenkm.......................................................2.220.066 km
Wagenkilometer insgesamt...............................................13.223.521 km
Verkehrseinnahmen.............................................................4.996.150,00 Mark
Betriebsausgaben ..........,.....................................................2.604.000,00 Mark
Betriebsüberschuss (nach Verzinsung und Tilgung) ............360.454,00 Mark

Die wirtschaftliche Auswirkung des elektrischen Betriebes

Vergleicht man das Betriebsergebnis des Jahres 1905 mit dem letzten Betriebsjahr der Pferdebahngesellschaft von 1899, so ergeben sich bei fast gleich großem Netzumfang;
in der Beförderungsleistung eine
Zunahme von rund.................................80 %
in der Betriebsleistung von rund...........130 %
in den Verkehrseinnahmen von rund.....80 %
in den Betriebsausgaben von rund.........67 %
Durch die starke Erhöhung der Betriebsleistung verringerten sich zwar die Einnahmen je Wagenkm von 48,3 Pf auf 38 Pf, die Betriebsausgaben je Wagenkm sanken über durch die größere Wirtschaftlichkeit des elektrischen Betriebes trotz, der Vergrößerung des Wagenfassungsraumes wesentlich stärker und zwar von 27,2 Pf auf 19,7 Pf., das sind 28 %.
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