Entwicklung des Verkehrsnetzes bis 1. Weltkrieg 1914

Die Bevölkerungszahl der Stadt Köln wuchs weiter, sie belief sich ohne Kalk, Vingst, Mülheim und Merheim rechtsrheinisch:

im Jahre 1900 auf 372.000 Einwohner
im Jahre 1905 auf 429.000 Einwohner
im Jahre 1910 auf 483.000 Einwohner
und nach Eingemeindung der vorgenannten Vororte
im Jahre 1915 auf 630.000 Einwohner

Mit diesem gewaltigen Wachsen der Stadt musste das innerstädtische Straßenbahnnetz durch weiteres Durchstoßen in die neu entstandenen Vororte und Siedlungsräume, zweigleisigen Ausbau der Strecken zur Verdichtung des Betriebsmitteleinsatzes und Modernisierung des Betriebes in Anpassung an den gleichfalls ständig anwachsenden übrigen Straßenverkehr schritthalten.
Im folgenden sind in chronologischer Folge die wichtigsten Erweiterungen und Umgestaltungen des Verkehrsnetzes aufgezeichnet, ohne im einzelnen auf die im Zeitgeschehen wechselnden Änderungen der Linienführungen und ihrer Verflechtungen einzugehen.
1903
Unmittelbar anschließend an die Fertigstellung des elektrischen Umbaues Bau der zweigleisigen Straßenbahnstrecke Weidengasse, - Krefelder Straße - Merheimer Straße als Ersatz der bisherigen Sechziglinie, die eingleisig aus der Neußer Straße über die Holbeinstraße und Sechzigstraße führte.
Eingleisige Verlängerung der Zollstocker Bahn von Eifelplatz über Höningerweg bis Kalscheurer Weg.
In Zollstock begann damals erst die Besiedlung. Die Anwohner der neuen Strecke leisteten einen Zuschuss von 1/3 der Baukosten als Ausgleich für die Wertsteigerung ihres Grundbesitzes.
Verlängerung der Klettenberger Linie im Zuge der Luxemburger Straße bis zur Sülzburgstraße, mit Beisteuerung der Anlieger von 15.000,00 Mark zu den Baukosten.
Verlängerung der Bayenthaler Strecke über die Goltsteinstraße bis zum Südpark mit einem Kostenbeitrag seitens der Kölnischen Immobiliengesellschaft von 25.000,00 Mark.
1905
Bau der Gleisschleife Mindener Straße - Konstantinstraße zur Durchführung des Betriebes mit den großen Wagen der neu eröffneten Vorortbahnlinie nach Bergisch Gladbach.
1906
Bau der Strecke Zoo über Riehler Straße bis Mülheim, Schiffsbrücke. Zweigleisige Verlängerung der Marktbahn von Schlachthof bis zur Escher Straße Bau einer eingleisigen Strecke nach Niehl, abzweigend aus der Neußer Straße hinter dem Neußer Tor.
1907
Bau einer zweigleisigen Straßenbahnstrecke nach Sülz über Zülpicher Straße bis Sülzburgstraße. Zweigleisiger Ausbau der Gemeinschaftsstrecke beider Sülzer Linien bis zur Gottfriedstraße. Wesentliche Verbesserung des innerstädtischen Verkehrsnetzes durch zweigleisigen Ausbau des Straßendurchbruches der Krebsgasse. Versuchsweiser Einbau der ersten elektrischen Weiche am Waidmarkt ,
1908

Eingleisige Verlängerung der Zollstocker Strecke von Kalscheurer Weg bis Südfriedhof . Bau eines Aufstellgleises in der Rennbahnstraße. Bau der Endschleife Kronprinzenstraße-Kaiserstraße in Kalk (heute Dieselstraße bzw. Eythstraße) Zweigleisiger Ausbau der Strecken Venloer Straße von Heliosstraße. bis Bickendorf und Koblenzer Straße bis Cäsarstraße.
1909
Durchbruch der Deutzer Freiheit im Zusammenhang mit der Niederlegung der Deutzer Umwallung. Zweigleisiger Ausbau der neu geschaffenen Deutz-Kalker Straße und damit Beseitigung der bisherigen Umwegführung durch das Mülheimer Tor.
1910
Zweigleisiger Ausbau an der Mauritiuskirchstraße.
1911
Eröffnung des Straßenbahnbetriebes über die neue Hohenzollernbrücke mit Anlage beiderseitiger Aufstellgleise auf der linksrheinischen Brückenrampe als Endhaltestelle des Vorortbahnverkehrs.
1912
Zweigleisiger Ausbau der Luxemburger Straße vom Luxemburger Tor bis Hardtstraße und der Strecke Militärringstraße. bis Rodenkirchen. Bau von Gleisschleifen in Müngersdorf, Am Ubierring und in der Rennbahnstraße.
1913
Zweigleisiger Ausbau der Koblenzer Straße, Gürzenichstraße, Gotenring und Freiheitstraße, Am Frankenturm und Niehler Tor. Im Zusammenhang mit der Umgruppierung der rechtsrheinischen Eisenbahnanlagen Belegung der zum neuen Staatsbahnhof Deutz erstellten Hauptrampe mit Straßenbahndoppelgleis. Der Straßenbahnbetrieb erhielt so nach Kalk und Mülheim die beiden Wege über Deutzer Freiheit und den neuen Staatsbahnhof Deutz.

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